30 Apr 2014    2 commentaires

40 Jahre Femmes Libérales

Etwa 400 Besucher hatten am 21 März 2009 zu einem Empfang im Festsaal
der alten Brauerei in den Rives de Clausen eingefunden, um in einem
vorzüglichen Rahmen und in ausgezeichneter Stimmung das vierzigjährige Bestehen
der „Association des Femmes Libérales“ zu feiern. Zahlreiche politische
Persönlichkeiten der Demokratischen Partei waren gekommen, sowie auch
Gründungsmitglieder, sämtliche Vorstände der einzelnen Sektionen des Verbandes
und Mitgliederinnen aus dem ganzen Land.

Landespräsidentin Simone Beissel kam dann auch auf die symbolische und
historische Bedeutung des Ortes zu sprechen, reichen sich doch in den „Rives de
Clausen“ die industrielle Vergangenheit und die Geselligkeit die Hand.
Insbesondere begrüßte sie die anwesenden Gründungsmitgliederinnen Annet-
te-Schwall-Lacroix und Colette Flesch, sowie Ehrenpräsidentin Anne
Brasseur.

Als verheiratete Frauen noch minderjährig waren

Entschuldigt wurde Henriette Jung, die ihrerseits auch die Frauenvereinigung mitgegründet
hatte. Simone Beissel bedankte sich bei ihrem dynamischen Vorstand,
insbesondere bei der Generalsekretärin Josée Kayser, die große Verdienste in
der Vorbereitung der Geburtstagsfeier hatte.

Die Präsidentin bezeugte, dass die „Femmes Libérales“ auch noch nach 40 Jahren
voller Energie seien, dynamisch, aktuell und zukunftsorientiert, und dass sie
ihren Mitgliedern ein interessantes und niveauvolles Feizeitangebot und
politische Information bieten. Bürgermeister Paul Helminger und Pierre
Schroeder wurden für ihre Unterstützung bei der Organisation der Feier gedankt.
Simone Beissel erinnerte an das Gründungsjahr 1969, in dem sich eine kleine
Gruppe von Frauen, und zwar Henriette Jung, Liliane Thorn-Petit et Colette
Flesch, Annette Schwall-Lacroix, Milly Mart-Francq, Marianne Kinsch, Fanny
Jacquemart, Manette Schaack, Elisabeth Welter, Berthe Henckes, Marie-Louise
Winter und Antoinette Antony zusammen taten, um eine liberale Frauenvereinigung
zu gründen und den liberalen Gedanken zu verbreiten. In dieser Zeit war die
Situation der Frauen noch nicht rosig; die verheirateten Frauen mussten in der
Tat die schriftliche Erlaubnis ihre Männer haben, um eine Vereinigung gründen
zu können. Sie wurden nach ihrer Ehe minderjährig, konnten kein Bankkonto mehr
eröffnen und in so manchen Betrieben auch nach ihrer Heirat nicht mehr
arbeiten. Glücklicherweise taten sich Mitte der 1960er Jahre einige Anwältinnen
zusammen, um eine Gesetzesvorlage zur Gleichberechtigung der Frauen
auszuarbeiten. Als dann Astrid Lulling 1965 ein Abgeordnetenmandat errang,
reichte sie diesbezügliche Gesetzesvorlagen in der Abgeordnetenkammer ein. 1969
zog Colette Flesch in die „Chamber“ ein. Beide Frauen bewegten sich in einer
Männerwelt, konnten jedoch dazu beitragen, dass Anfang der 1970er Jahre
wichtige Reformen im Interesse der Frauen durchgesetzt wurden.

Ungleiche politische Repräsentation

Simone Beissel kam ferner auf aktuelle Fragen zu sprechen, so wie die weiter
bestehenden Ungleichheiten in der politischen Repräsentation, gäbe es doch nur
14 Frauen in der Abgeordnetenkammer. Der Einsatz der „Femmes Libérales“ richte
sich keineswegs gegen die Männer, denn „wir mögen die Männer“, sagte die
Präsidentin.

GroßzügigeSpende für „Planning Familial“

Diese bestätigte, dass die „Femmes Libérales“ anlässlich ihrer Geburtstagsfeier dem
„Planning Familial“ eine Spende zukommen ließen, weil die liberalen Frauen die
Bemühungen des „Planning“ seit den 1960er Jahren unterstützen. Hier werde
wichtige Arbeit im Interesse der Frauen geleistet.

Die Präsidentin des „Planning“, Danièle Igniti nahm den Scheck dankbar an und
unterstrich, dass der „Planning“ zahlreiche böse anonyme Briefe bekomme, weil
er sich für die Reform des Abtreibungsgesetzes einsetze. Es sei wichtig, dass
jetzt politische Entscheidungen getroffen werden und nach den Wahlen andere
Entscheidungsträger kommen. Viele Frauen müssten sich immer noch ins Ausland
begeben, um abzutreiben und dies sei nicht in Ordnung.

Anschließend wurde bei guter Stimmung ein Häppchen zusammen gegessen, nachdem
die anwesenden Gründungsmitglieder und Ehrenpräsidentinnen einen Blumenstrauß
überreicht bekommen hatten.

Colette Mart





Commentaires


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