Die Vereinigung der “Femmes libérales” wurde am 30. Januar 1969 in Luxemburg gegründet. Gründerinnen waren zu dieser Zeit Henriette Jung-Hoffmann, Colette Flesch, Liliane Thorn-Petit, Anette Schwall-Lacroix, Millie Mart-Francq, Marianne Kinsch, Fanny Jacquemart, Manette Schaack, Elisabeth Welter, Berthe Henckes, Marie-Louise Winter und Antoinette Antony. Ihr gemeinsames Ziel war es, durch die Untersuchung von politischen und sozialen Problemen das liberale Gedankengut unter Frauen zu verbreiten. Dieses Ziel ist bis heute das Gleiche geblieben.

Zu der Gründung war die Situation der Frauen nicht gerade rosig und ist es in vielen Belangen bis heute nicht. Damals mussten zum Beispiel die verheirateten Frauen noch die schriftliche Erlaubnis ihrer Männer einholen um eine Vereinigung gründen zu dürfen. Sie blieben noch in der Ehe unmündig, durften kein Bankkonto eröffnen und manche Arbeitgeber wünschten sich in ihren Betrieben keine verheirateten Frauen. Glücklicherweise taten sich Mitte der 60ger Jahre einige Anwältinnen wie Annette Scholl-Lacroix und Colette Flesch zusammen, um eine Gesetzesvorlage zur Gleichberechtigung der Frauen auszuarbeiten. Mit dem Einzug von Colette Flesch und anderen Parlementarinnen in die Abgeordnetenkammer konnten Anfang der 70ger Jahre wichtige Reformen im Interesse der Frauen durchgesetzt werden. Zur gleichen Zeit wurde in der Generalversammlung vom 2.März 1970 statutengemäss ein Präsidentenwechsel vorgenommen. Die Nachfolge von Henriette Jung trat damals Berthe Henckels-Gehlen an. Ein neuer Wechsel an der Spitze erfolgte 1972. Präsidentin wurde damals Ursula Krieps unter deren Präsidentenschaft die “Femmes libérales” 1973 ihre erste Reise nach London antraten. Regelmässige Kulturreisen in verschiedene Länder wurden von nun an zur Tradition. Die Vereinigungsstatuten wurden umgeändert, so dass neue Lokalsektionen gegründet werden konnten. Kurz danach wurden die Sektion aus Sassenheim-Beles-Zolven ins Leben gerufen. 1977 wurde die Sektion Esch-Schifflingen unter dem Vorsitz von Fernande Jeitz gegründet, gefolgt von der Gründung der Sektion Osten unter Irma Krippes zu Beginn der 80ger Jahre.

In einer ausserordentlcihen Generalversammlung 1977 legte die Organisation ihren Standpunkt in Sachen Schwangerschaftsunterbrechung fest. Sie forderten eine grosszügige Indikationslösung und wiesen auf alte, längst überholt geglaubte Missstände in der Gestzgebung auf.

1979 wurde das erste Aktionsprogramm der “Femmes libérales” verabschiedet.Es umfasste die Punkte:

1. Die Frau und das Recht

2. Die Frau und die Erziehung

3. Die Frau und die Familie

4. Die Frau im Berufsleben

5. Die Frau und das dritte Alter

6. Die Frau in der Politik

7. Die Frau und das Schaffen einer besseren Lebensqualität

8. Die Frau und Europa

1980 trat Anne Brasseur die Nachfolge von Colette Flesch an, die 1976 das Amt von Ursula Krieps übernommen hatte. Simone Beissel tart die Nachfolge von Anne Brasseur an und hat das Amt noch heute inne.

1984 gaben die “Femmes libérales” eine Broschüre zu den Rechten der Frau heraus, die von einer eigens eingesetzten Studienkommission unter dem Vorsitz von Yvette Hamilius ausgearbeitet wurde. Sie wollten damit die Frau über ihre Rechte aufklären und den Mangel an Informationen der Frauen über ihre Rolle im politischen und gesellschaftlichen Leben beheben.

In den folgenden Jahren setzte sich die Vereinigung für die Verbreitung von Kindertagesstätten ein, die den Frauen erlauben sollten, Beruf- und Familienplanung unter einen Hut zu bringen. Sie berieten über Mutterschutz, Elternzulage und die Beteiligung der Frauen an der Politik. Während der letzten Jahre in denen das Entstehen der Europäischen Union im Vordergrund stand, beteiligten sich die “Femmes libérales” vor allem an sämtlichen Diskussionen, die das Thema “Frauen und die Politik” beinhalteten.

Neben der Beteiligung am politischen Leben gehören Informations-und Konferenzabende zu den Veranstaltungen zu denen die Organisation regelmässig einlädt.Ausserdem finden öfters Museums-und Ausstellungsbesuche, Ausflüge und Auslandsreisen sowie die Unterstützung karitativer Werke statt. Heute zählt die Vereingung, die sich gegenüber der Demokratischen Partei als autonom bezeichnet, 1.100 Mitglieder mit lokalen Sektionen in Esch/Alzette, Mamer, Sassenheim sowie im Norden (gegründet im Jahre 2000) und Osten des Landes.

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